Barcode-Labels auf LTO-Tapes sind für den Betrieb in automatisierten Bandbibliotheken (Tape Libraries) und Autoloadern erforderlich. Sie dienen der eindeutigen, maschinellen Identifikation und Verwaltung der eingesetzten Speichermedien.
Automatisierung und Effizienz
Die in der Bandbibliothek integrierte Kamera bzw. der Barcodescanner liest das Etikett beim Inventarisieren der Magazine. Dadurch erkennt das System sofort, welches Band sich in welchem Slot befindet.
Ohne Barcode müsste jedes Band einzeln in ein Laufwerk eingelegt werden, um es zu identifizieren (Inventory-Lauf). Dies ist zeitaufwendig und erhöht die mechanische Belastung der Laufwerke.
Eindeutige Identifikation (VOLSER)
Jedes Barcode-Label enthält eine individuelle Volumen-Seriennummer (Volume Serial Number – VOLSER). Diese Kennung wird vom Backup-System zur eindeutigen Zuordnung verwendet und verhindert Verwechslungen bei der Medienverwaltung.
Unterscheidung von Medientypen
Unterscheidung von Medientypen
Die Etiketten kennzeichnen sowohl Datenbänder als auch Reinigungsbänder (Cleaning Cartridges). Spezielle Kennzeichnungen, beginnend mit „CLN“, signalisieren der Library, dass es sich um ein Reinigungsband handelt und nicht um ein Datenspeicherband.
Medien-Typ- und Generations-Erkennung
LTO-Barcodes folgen einem standardisierten Namensschema (z. B. ABC123). Die ersten 6 Stellen sind hierbei frei wählbar. So kann eine für den Administrator lesbare Struktur der Bänder vorgegeben werden. So können zum Beispiel die Backup-Bänder mit BA starten, die Archiv-Bänder mit AR. Oder Tagessicherungen mit TA, Wochensicherungen mit WO und Monatssicherungen mit MO.
Die letzten beiden Zeichen geben die LTO-Generation an (z. B. L7 für LTO7, L8 für LTO8, L9 für LTO9 und LA für LTO10). Dadurch kann die Library die Mediengeneration erkennen und Kompatibilitätsprobleme vermeiden.
Verwaltung und Archivierung
Barcode-Labels erleichtern die Inventur, Medienrotation (z. B. nach dem Großvater-Vater-Sohn-Prinzip), Offsite-Archivierung sowie das schnelle Auffinden bestimmter Datenträger.
Würde man in einer Library keine Barcode-Label verwenden, dann müsste die Library nach dem Einschalten jedes Band ins Laufwerk einlegen, um es identifizieren zu können. Es ist keine Prüfung im laufenden Betrieb möglich, was zu Störungen im Ablauf einer Sicherung führt.
In einer Library müssen also immer Barcodes verwendet werden.
Wichtiger Hinweis
Es dürfen ausschließlich für LTO geeignete, fachhandelsübliche Barcode-Label verwendet werden. Ungeeignete oder schlecht haftende Etiketten können sich im Laufwerk lösen und erhebliche Hardwaredefekte verursachen.


